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Wie wär's mit einer Microsoft-freien Zone?

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Copyright © 1997-2008 Martin Weitzel
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Der folgende Text enthält meine ganz persönliche Meinung und beruht auf meinen ganz persönlichen Erfahrungen. Ich versichere, dass ich nichts verfälscht und hinzuerfunden habe, übernehme jedoch keine Garantie dafür, dass meine Erfahrungen reproduzierbar sind und einer objektiven Nachprüfung standhalten.

Alle Fakten und Bezugnahmen auf externe Quellen wurden nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert, jedoch kann ich nicht für mehr Objektivität und Korrektheit garantieren als die betreffende Quelle selbst.

Sollten sich Fehler oder erhebliche Unrichtigkeiten eingeschlichen haben, bedaure ich das und bin bereit, diese nach meinem Ermessen zu korrigieren, darüberhinausgehende Ansprüche lehne ich jedoch ab.

Insbesondere ist es jeder Leserin und jedem Leser freigestellt, aus meinem Bericht eigene Schlüsse zu ziehen und eigenverantwortlich über mögliche Konsequenzen zu entscheiden. Es ist im meinem Sinne, wenn der folgende Text dabei als »Denkanstoß« dient, er sollte aber weder die alleinige noch die wesentliche Rechtfertigung sein.

Das schwerste an einer guten Story sei immer der Anfang... sagen viele, die das Schreiben zu ihrem Beruf gemacht haben, und ich als Laie glaube, das stimmt wohl. Und, so sagen manche, wenn einem nichts besseres einfällt, dann solle man eben einfach damit beginnen, dass man schreibt, wie schwer so ein guter Anfang fällt — na ich weiß nicht...

Vielleicht sollte ich meine Geschichte chronologisch erzählen. Dann müsste ich den Anfang etwa ein Jahr zurückdatieren. Aber das, was seinerzeit passiert ist, schien mir unbedeutend. Die Firma, für die ich damals eine Schulung durchführte — genauer gesagt, es war ein größeres Geldinstitut im Norden unserer Republik —, also dort hatte ein gerade neu auf seinen Posten berufenes Mitglied des Vorstands quasi per »Verordnung von oben« alle laufenden Unix-Entwicklungen einstweilen gestoppt, nicht endgültig zwar, aber im Sinne eines Moratoriums, um »die Lage neu zu bewerten und ob man nicht besser auf "NT und Standardsoftware" umsteigen solle.« Na ja, so war das eben, dazu wird jemand in den Vorstand berufen, um solche »strategischen Entscheidungen« zu treffen, und mich hat es ohnehin kaum berührt, ich hatte nur einen kurzen Auftrag zu erledigen. Wenngleich die Stimmung in der ansonsten sehr fitten Unix-Gruppe natürlich nicht mehr so toll war. Man muß sich vorstellen: Das waren allesamt fähige und motivierte Leute, und die waren stolz auf ihre Arbeit, und jetzt sollten sie auf einmal alles wegwerfen? Vielleicht jedenfalls.

Aber ich glaube, wenn ich jetzt in diesem Stil weitermache, komme ich nie zum Ziel und meine Leserinnen und Leser springen ab bevor es richtig losgeht, dann also lieber mittenrein. Der wahre Grund für die Geschichte war bzw. ist nämlich eigentlich die neue T-Online-Software, die CD-ROM, die Ende Juli per Post ins Haus kam und einen neuen, preiswerteren Zugang zum WWW erlauben sollte. Aber nein, hier kann ich auch nicht anfangen, das war ja eher Anlaß aber nicht Ursache, dazu muß ich doch ein bißchen mehr erklären, also ein dritter Versuch.

Ich bin ja eigentlich »Unixler«, schon seit Anfang der 80er Jahre, als man das hier noch kaum kannte. PCs gab's damals übrigens auch noch nicht. Gut, Tandy und Commodore und so, und CP/M-Systeme mit 16 KB Hauptspeicher — typisch 16 KB, maximal 64 KB, aber welcher Glückliche hatte schon so viel Geld. Es gab also schon einige »Personal Computer« aber nicht die, die dann von IBM kamen und zu dem wurden, was heute »der PC« genannt wird, die waren gerade erst ganz neu auf den Markt gekommen. Ich erinnere mich noch, wie wir damals darüber witzelten, als sich mehr und mehr abzeichnete, dass ein ganz allgemeiner Begriff wie »persönlicher Computer« zu einer Produktbezeichnung werden sollte...

Viele Jahre habe ich es dann geschafft, auf einen »PC« zu verzichten, und als ich schließlich doch erst einen und kurze Zeit später einen zweiten hatte, war das wegen Unix und Xenix — also keine Microsoft-Betriebssysteme. (OK, auch Xenix war mal ein Microsoft-Produkt bevor die Rechte an SCO verscherbelt wurden, aber wer weiß so etwas heute eigentlich noch?) Zwar lag auch eine DOS-Kopie hier, aber alles, was ich damit konnte, war debug aufzurufen und dann mit g=c800:0 in's BIOS des ESDI-Controllers zu gehen, um die Festplatte zu formatieren.

Irgendwann, es ist noch nicht lange her, knapp zwei Jahre vielleicht, hatte ich dann aber doch plötzlich einen Büro-PC mit Windows — W3.11, um genau zu sein. Das Gerät war zwar mit so einer steckbaren Festplatte ausgerüstet, die ich gegen eine mit Linux auswechseln konnte... aber meist lief doch W3.11, und zwar aus drei Gründen:

Das ist — bzw. war damals — der Stand der Dinge und das war auch der Grund, warum also der Büro-PC zu 99% unter W3.11 lief und nur ganz selten mal die Linux-Platte reinkam. Nun ja, ich war mit PC-Hardware nicht mehr knapp, ich hatte mittlerweile drei oder fünf oder auch noch mehr, je nachdem wie ich meine Notebooks zähle und die Motherboards, die nirgendwo eingebaut sind. Zwei Rechner liefen permanent mit Unix und da konnte ich so eine »DOSe« in meinem Büro schon verkraften. Wenngleich, so ganz glücklich war ich damit nicht, denn wenn ich T-Online starten wollte, ging es in der Regel nicht wegen »zu wenig Speicher«.

Durch etwas Herumprobiererei fand ich dann heraus, dass T-Online ging, wenn ich das Programm als erstes — vor Anrufbeantworter- und Fax-Software — startete, und zwar ging es 100%ig dann, wenn ich mich sofort nach dem Start von Windows gleich einwählte, also sozusagen tatsächlich T-Online und nicht T-Offline machte. Ansonsten, das heißt wenn OfficeJet- und ISDN-Anrufbeantworter schon eine Zeitlang gelaufen waren, konnte es vorkommen, dass sich das T-Online-Programm beim Einwählen über »zu wenig Speicher« beschwerte. Manchmal half es dann, eines der beiden anderen Programme zu beenden, manchmal auch nicht, das sicherste war es — was ich mir dann auch angewöhnte — immer ganz aus Windows raus- und wieder reinzugehen.

Da ich die drei Programme in der Autostart-Gruppe hatte, schien alles ganz palletti, bis ich nach einiger Zeit den Verdacht bekam, das gelegentliche Streiken meines Anrufbeantworters könne auch ein Speicherproblem sein. Meist merkte ich es übrigens gar nicht gleich, wenn der Anrufbeantworter nicht ging; so viele Anrufe bekomme ich nicht und zwei, drei Tage, ohne dass etwas drauf ist, das kann auch dann, wenn ich den ganzen Tag weg bin, schon mal vorkommen. Mitunter wurde ich erst durch Anrufer darauf aufmerksam, die mich schließlich persönlich erreichten und fragten, was denn mit meinem Anrufbeantworter sei. Also gewöhnte ich mir an, T-Offline sicherheitshalber ganz zu beenden, wenn ich mit T-Online fertig war.

Also eigentlich super-einfach alles: Wenn ich W3.11 startete, starteten auch die drei Programme, T-Online zuerst, und dann konnte ich auch sofort ins BTX gehen. (Sorry, für mich ist das halt noch BTX, auch wenn's jetzt T-Online heißt und dazwischen mal Datex-J war.) Wenn ich mit dem Online-Banking oder was auch immer fertig war, beendete ich das T-Online-Programm völlig, schloss also das betreffende Fenster, damit mir der Anrufbeantworter nicht später wegstirbt. Wenn ich den Rechner aber bootete und nicht gleich ins BTX wollte, dann stoppte ich T-Offline sofort nach dem Start von Windows wieder.

Findet das jemand kompliziert? Komisch, wenn ich das jetzt so schreibe, muss ich das fast glauben, aber damals kam mir das alles ganz einfach vor, ganz logisch... Wenn ich jetzt daran zurückdenke, frage ich mich bloß noch, wann das denn eigentlich losging, ich meine, dass ich den kleinen Finger gab und mich daran habe über den Tisch ziehen lassen?

Oder sollte ich das, wovon meine Story handelt, eher als eine Art »Dirac-Stoß« sehen, wie es Physiker oder Mathematiker wohl nennen: Ein einmaliges, nicht-periodisches Ereignis, zum Beispiel der Pegelsprung eines elektrischen Signal, baut sich ja unter einer gewissen Betrachtungsweise ganz langsam aus vielen kleinen, anschwellenden Wellenzügen auf, Wellenzügen, die sich zunächst alle gegenseitig auslöschen, bis auf diesen einen Moment, in dem sozusagen der »große Knall« kommt. Es ist wohl ein wenig verwandt mit der Fourier-Analyse für beliebige — aber periodische — Wellenformen. Wer genau hinsieht — oder eher: wer auf die feinen Schwingungen achtet, bestimmte davon herausfiltert, bekommt schon vorher mit, dass sich bald was tut. (Wenn das jetzt jemand liest, der es besser weiß und der findet, dass meine Erklärungen so nicht hinkommen, dann bitte nicht böse sein. Mein Physik-/Mathematikunterricht in der Oberstufe und bis zum Vordiplom liegt schon lange zurück. Etwa so, wie ich das geschrieben habe, habe ich die Sache eben im Kopf behalten.) Nun, zumindest im Rückblick scheint es mir bei den großen Ereignissen, von denen ich gleich noch berichten werde, mitunter so, als hätten sie sich schon lange angekündigt. In der aktuellen Situation sieht man das natürlich anders, so auch die Sache etwa ein Jahr davor, mit der meine Story begann und der ich damals keine Bedeutung beimaß.

Wenn das T-Online-Programm nicht laufen wollte, beschwerte es sich typischerweise über »zu wenig DOS-Speicher«. Wieso eigentlich DOS — ich benutzte doch Windows? Aber solche Sachen fallen mir erst jetzt nach und nach auf, damals war ich noch, tja... vielleicht wie der Drogenabhängige oder Alkoholkranke, der es ganz »normal« findet, jeden Tag die nächste Dröhung nachzuwerfen. Eigentlich sollte man es sich doch mal überlegen, was für eine Unverschämtheit das war:

Zu wenig Speicher

Ja, wo sind wir denn?

In besagtem PC steckten — wie auch in den beiden Unix-Boxen — exakt 16 MB drin. Mein Interactive Unix war in seinen ersten Tagen, 1989, mit 2 (zwei!) MB gelaufen. Gut, wenn troff mal ein größeres Dokument formatierte, tröpfelte im vi schon das Zeichenecho ein bisschen vor sich hin, das streite ich nicht ab, aber OK, dann ging man sich halt eine Tasse Kaffee holen oder was immer sonst; der Rechner lief, wenn auch langsam, aber er lief, streikte nicht etwa völlig! Mit 4 MB war das dann etwas später auch schon nicht mehr so tragisch — auf einem 386er mit 25 MHz nebenbei bemerkt — mit 8 MB lief alles wie geschmiert, also im Hintergrund formatieren und im Vordergrund vi... Null Problemo. Dass ich schließlich doch 16 MB in die ISC-Kiste gepackt hatte, als ich auf den 486er mit 33 MHz umgestiegen war, hing einzig und allein damit zusammen, dass man es mir wegen X11 empfohlen hatte und Speicher nicht mehr der große Kostenfaktor war.

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